Training auf „Goldadern“

Wer im Frühjahr einen halben oder ganzen Marathon laufen will, muss jetzt ran.
Die Aussichten sind wirklich nicht schön. Da orakeln Meteorologen, dass es bis Ende März so weiter gehen soll mit Schnee, Eis und Kälte. Angeblich sollen die Urheber dieser Hiobsbotschaft Italiener sein. Klar, die wollen vier Monate vor der Fußball-WM schon mal für Verunsicherung sorgen. Sollen sie ruhig, denn als Sonnenanbeter wissen sie natürlich nicht, dass im Winter Athleten gemacht werden – so gesehen kann es gar nicht lange genug kalt sein.

Muss es aber nicht wirklich! Immerhin wollen viele unserer jK Runner im Frühjahr Marathon laufen oder Ende März nach Berlin zum Halbmarathon kommen. Und dafür beginnt nun die unmittelbare Vorbereitung. Da kann man ein inzwischen leicht lädiertes Nervenkostüm wegen der ständigen Rutscherei gar nicht gebrauchen. Also etwas Motivationshilfe und Antrieb!

Es ist jetzt wichtig, weiterhin eine gute Ausdauer zu trainieren. Macht das! Die erfahrenen Marathonläufer unter Euch wissen, was einen auf 42 Kilometern erwartet – das braucht man in erster Linie Kondition und die Sicherheit, ausreichend trainiert zu haben. Es läuft sich schwer mit Zweifeln. Es wäre verkehrt, jetzt noch länger die Beine vom Sofa zu strecken, auf Sonne und 15 Grad zu warten und anzunehmen, dass sechs oder acht Wochen auch genügen, um einen Marathon vorzubereiten. Jetzt werden die Grundlagen gelegt, um in den sechs bis acht Wochen vor dem Marathon das dann Nötige zu trainieren. Kein erstes Stockwerk, wenn das Fundament fehlt.

Wenn Laufen absolut nicht möglich ist, sind Ergometer, Laufband, Stepper eine gute Alternative. Auch wenn man das nicht mag. Aber lieber verschwitzt auf dem Laufband, als eingegipst im Krankenbett. Wichtig ist, Kondition zu machen – über einen längeren Zeitraum – zwei Stunden - eine gleichmäßige Belastung. Wer über eine halbwegs gute Schwimmtechnik verfügt, kann auch eine Stunde lang Bahnen durchs Wasser ziehen. Richtig gut: Skilanglauf – wenn das ohne großen Aufwand zu realisieren ist. Treppen steigen, Autos anschieben, Liebe machen – alles prima für die Kondition.

Natürlich geht nichts über das Laufen selbst. Eine feste, rutschfeste Schneedecke sollte niemanden hindern, 20 Kilometer zu laufen. Das geht und gibt sogar Kraft. Vereiste Pisten, klar, sollte man meiden. Aber seid auch bereit, mal eine neue, unbekannte Strecke zu laufen, die man sonst nie in Betracht ziehen würde. Doch wenn es die einzige weit und breit ist, die ein Stück Asphalt offenbart, dann ist das Euer neues „Wohnzimmer“. Auch auf die Gefahr hin, dass man blöd angeguckt wird, wenn man mitten in der Stadt, vorm Wohnblock oder auf dem Parkplatz eine Trainingseinheit absolviert – wenn es sich dort gut laufen lässt, ist das egal. Lieber jetzt mit blöden Blicken leben, als in Hamburg oder Düsseldorf nach 25 Kilometer mit schweren Beinen und Atemnot.

Selbst wenn ein Wegstück nur 10 Minuten lang frei von Schnee und Eis ist – das ist eine wahre Goldader. Einmal hin- und zurück sind schon 20 Minuten. Und mit dem Gefühl, festen Boden unter den Füßen zu haben, lässt sich es schon recht gut 90 Minuten hin- und herpendeln.

Also, nicht meckern und hadern – nur einen kurzen Moment und dann los! Macht Euch bewusst, wenn Ihr unterwegs seid: hey, ich trainiere, erhöhe die Pulsschlagzahl, pumpe Blut durch die Adern, lasse die Muskeln spielen, tanke die Lungen voll. Alles wichtig! Alles gut!

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06.02.2010

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