Sportmuffel auf Trab bringen: Heute die Theoretiker, Zauderer und Unkundigen


jK Coach Piet Könnicke bringt Sportmuffel auf Trab.

jK Coach Piet Könnicke definiert die LäufertypenJeden Silvesterabend der gute Vorsatz: Nächstes Jahr mache ich mehr Sport! Das ist bei vielen schon die erste Selbsttäuschung, denn konsequenter müsste es heißen: Ab Morgen mache ich mehr Sport! Immerhin, der Plan klingt gut. Und es muss ja nicht gleich Extrem-Klettern oder Tiefseetauchen sein. Laufen ist super, denn es ist überhaupt nicht schwierig und aufwendig schon gar nicht. Ein paar Tipps sollen helfen, dass Deutschland 2010 nicht nur zum vierten Mal Fußball-Weltmeister wird, sondern auch viele Laufanfänger ihren ganz persönlichen Triumph feiern.

Zunächst hilft dem Laufanfänger ein Blick in den Spiegel: Wer bin ich?Es gibt die verschiedensten Kategorien von Anfängern, die bislang unterschiedliche Gründe hatten, nicht zu laufen. Aber alle eint das Ziel, es endlich zu tun.

Der Theoretiker
Er hat seine Laufkarriere eigentlich schon vor Jahren begonnen und ist - gefühlt - auf bestem Weg zu den nächsten Olympischen Spielen. Er zitiert ausgiebig aus Fachliteratur, doziert beeindruckend über Herzfrequenz, maximale Sauerstoffaufnahme und anaerobe Schwellen. Er weiß, dass er Überpronierer ist und fachsimpelt noch vor der ersten Laufeinheit über den Unterschied zwischen dynamischem und statischem Dehnen. Theoretisch ist also alles klar, nur der Praxistest fehlt. Und neben dem Lauferlebnis wird er mitunter erfahren, dass vielerlei Theorie grau und Laufen einfach eine praktische, schöne Angelegenheit ist.

Tipp: Klappe halten und loslaufen!

Der Zauderer
Er findet bislang Dutzende Gründe, warum das mit dem Laufen eigentlich nicht so passt. Morgens ist es zu früh, da ist der Kreislauf noch nicht in Schwung. Abends ist es zu spät, weil der Kreislauf schon wieder im Keller ist. Und am Tag geht gar nicht: Kinder, Kollegen, Kosmetiktermin. Und überhaupt: Schadet Laufen nicht den Knien? Das geht doch auf den Rücken? Und der Dauerläufer von nebenan humpelt in regelmäßigen Abständen die Treppe hoch. "Achillessehne", knurrt er dann nur. Sport ist Mord. Und 120 Euro für Laufschuhe? Das ist ja schon 'ne halbe Pauschalreise nach Antalya. Und, und, und …

Tipp: Den Laufbeginn zum Charaktertest erheben: Schluss mit den ewigen Vorbehalten und Zweifeln. Machen!

Der Unkundige
Er spürt schon seit längerem ein inneres Verlangen, endlich mal rauszutreten und zu laufen. Aber er hat wenig Ahnung, dafür viele Fragen. Ein fatales Ungleichgewicht, das ihn bislang am Laufen hindert. Wie schnell, wie lange, welche Richtung? Er hat keine Vorstellung, was zu tun ist. Soll man vorher etwas essen und wenn ja, was? Muss ich unterwegs trinken? Brauche ich einen Pulsgurt? Welche Schuhe sind die richtigen? Sind Gehpausen erlaubt? Wie oft soll ich laufen? Im Prinzip sind das richtige und wichtige Fragen, nur türmt der Unkundige die vielen Fragezeichen zu einer Hürde auf, die den ersten Schritt zu schwer erscheinen lässt.

Tipp: Nicht fragen, einfach laufen. Vieles klärt sich durch learning by doing!

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05.02.2010

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