Alle Bestzeiten pulverisiert - in 3 Monaten mit jK RUNNING
Bevor der Michael seine Köln-Marathon Geschichte erzählt, zuerst die "harten" Fakten: Erstens hat er super trainiert, zweitens alles super umgesetzt, drittens hatte jk Running Glück! ;-) Nein, es ist halt so: Wer will, der darf! Und dann geht es auch... Am 7.4.09 starteten wir zusammen auf dem Klemmbrett. Dann kommen die ersten Rennen:
21.06.2009: Halbmarathon in Stuttgart - Bestzeit davor: 1:30:30h. Danach: 1:28:20h. Und folgende Zeilen im Racereport: ideale Bedingungen um endlich die 1h:30 Marke zu knacken. Das dies nach nur 12 Wochen Online-Training so deutlich gelungen ist spricht für jkrunning. Das Beste daran: ich hatte auch am Ende nie das Gefühl am Anschlag zu sein. Das lässt mich hoffen, daß noch Luft für weitere Verbesserung da ist.
11.07.2009 10km in Ludwigsburg. Bestzeit bisher: 41:12'. Danach: 38:36'. Und der Bericht im Klemmbrett: der Vorschlag vom Coach waren 41 Minuten, mein Traum die 40. MIt diesem Tempo 4:00 wollte ich angehen und dann entscheiden ob ich es bis zum Ende durchziehen kann und will. So habe ich mich einfach an den 40 MInuten Zugläufer gehängt und abgewartet was passiert. KIlometer 7 war extrem hart, 35 Höhenmeter hoch bei fast konstantem Tempo. Danach kam aber überraschend nicht der befürchtete Einbruch sondern nach kurzer Erholung der zweite Wind. Ab dann Vollgas bis ins Ziel. 38:36 - unfassbar.
Köln Marathon 2009 - Tausende Läufer nervös am Start und ich mittendrin. Verdammt, auf was habe ich mich hier nur eingelassen? Der letzte und auch einzige Marathon meiner Laufkarriere liegt schon 7 Jahre zurück, und eigentlich war diese Strecke für mich abgehakt: zu lang, zu trainingsintensiv, zu anstrengend. Als ich allerdings im Sommer - nach nur 3 Monaten Training bei JK Running - alle meine Bestzeiten auf den kürzeren Strecken geradezu pulverisiert hatte, war ein zweiter Versuch auf der Marathondistanz die logische Konsequenz.
Aber ich gebe zu: hier und jetzt ist mir nicht ganz wohl in meiner Haut. Das Training lief die letzten 4 Wochen nicht wirklich gut. Infekte, muskuläre Problemchen, zuviel im Büro zuwenig auf der Laufbahn. Und überhaupt: das A und O der Marathonvorbereitung sind lange, langsame Läufe, so steht es in jedem Laufbuch. Jens hat mir als längste Distanz genau einmal (!) einen Lauf mit 26km ins Klemmbrett geschrieben und insgesamt auch nur drei Läufe knapp über 2h. Eigentlich, da bin ich mir fast sicher, kann das heute kein gutes Ende nehmen.
Startschuss. Endlich! Höchste Zeit den negativen Ballast abzuwerfen und mich aufs Laufen zu konzentrieren. Mein Plan: 4m:40s auf den Kilometer und damit eine Endzeit knapp unter 3h:17. Mit dieser Vorgabe schickt mich mein Trainer ins Rennen, und was mir Mut macht: er hat mich bislang noch in keinem Wettkampf überfordert. Erste Kontrolle bei km 5: viel zu schnell. "Hey Mann nimm das Tempo raus!", schnauze ich mich selber an. Ist aber einfacher gesagt als getan. Angetrieben durch das Kölner Publikum werde ich unweigerlich wieder schneller. Erst ab km 10 habe ich mein Tempo gefunden und bis zur Halbmarathonmarke liegt dann auch alles im grünen Bereich. Eine 1h:36er Zeit und ein erstaunlich niedriger Puls. Nur der Schritt könnte lockerer sein. Na ja, die vorletzte Trainingswoche und das letzte Wochenende waren sehr hart, um die verkorksten Vorwochen aufzufangen und um einen letzten Trainingsreiz zu setzen. Vielleicht war die Erholungphase danach doch zu knapp?
Optimal läuft es an der Spitze des Feldes. Dort rollt der Kenia-Express und er kommt mir bei km 26 entgegen. Die beiden Führenden sind jetzt schon fast 10km vor mir und werden unter 2h9min im Ziel sein. Wahnsinn.Während die Sieger schon erste Interviews geben, geht es für jetzt erst richtig los. Soweit und so lange bin ich in der Vorbereitung nie gelaufen. OK, die Beine werden jenseits der 30km etwas müde, aber von einer Mauer oder dem Mann mit dem Hammer ist nichts zu spüren. Die km-Zeiten sind jetzt konstant 5s langsamer als in der ersten Hälfte. Das könnte zum Teil aber auch am aufkommenden Wind liegen. Mehr und mehr wird der Marathon jetzt im Kopf entschieden. Will ich die 3h:15 knacken und das Tempo halten, oder gehe ich den bequemen Weg? Immer weniger registrierte ich von den Dingen um mich herum, laufe wie in einem Tunnel. Ebertplatz, Rudolfsplatz und der Kölner Dom ziehen an mir vorbei. Möglichst locker bleiben und das Tempo halten, das sind die einzigen Dinge auf die ich mich jetzt noch zu konzentieren versuche. Die letzte Brücke und ein paar wenige Höhenmeter Anstieg, aber die können bei km 41 ganz schön hart sein. Dann endlich das Ziel in Sichtweite, ein letzter Kontrollblick zur Uhr und zum Glück genügend Puffer um ohne Schlussspurt die letzten 300m voll zu Genießen, Meine Zeit bleibt stehen bei 3h:14m:28s. Glatte 15min schneller als vor 7 Jahren, 2,5 Minuten schneller als die Vorgabe vom Coach und als Sahnehäubchen noch die 3h:15 Marke geknackt!
Mein Fazit mit ein paar Tagen Abstand: nach nur einem halben Jahr Training mit JK Running kann ich auf drei unerwartete und für mich spektakuläre Bestzeiten über 10k, HM und Marathon zurückblicken. Das Training mit eher hoher Intensität und moderaten Umfängen hat bei mir perfekt funktioniert. Vielen Dank Jens, dass du mich aus meinem alten Trott herausgerissen hast und insbesondere auch Danke für die motivierenden Worte, in den Phasen wo es im Training mal nicht so toll lief. Jetzt freue ich mich erstmal auf eine Ruhephase und schaue mal was mir an neuen Zielen noch so alles einfällt.
22.10.2009
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