Willst Du bis 2012 damit warten?

Unser jK'ler Volker Grabowski schreibt  taufrisch nach dem Berlin Marathon. Es war sein erster und wir freuen uns mit ihm....

Volker Grabowski - Marathonie !!!!! Ja, was soll man nach solch einem Tag sagen? Suuuper. Dann der spontane Gedanke: Ihr habt 'nen super Job gemacht. Das fing im Winter an, als ich zaghaft erst Piet, dann Jens gefragt habe, ob Sie sich einen Marathonstart 2009 für mich vorstellen können. Na, klar, aber ich sollte dann zum 4 x Training / Woche übergehen. OK. Und Jens in seiner unwiderstehlichen Art: "Ja willst Du bis 2012 warten?! Also hab ich den Frühbuchertarif genutzt und mich gemeldet (nach familiärer Rücksprache und zugesagter und durchgehaltener Rückendeckung) und natürlich weiter trainiert.
Der Sommer ging ins Land mit steigernder Intensität, aber nie länger als
15 km. Fragezeichen tauchten auf. Wie soll das funktionieren? Das geht doch nicht. Vier Wochen vor Start der erste Lauf über 30 km. Und er ging gut. Eine Woche später Halb-Marathon mit neuer Bestzeit. Eine Woche später 30 km, mit ausreichend Luft am Ende. Jetzt wusste ich: Es geht.
10 Tage vor dem Start merkte ich das mein Nervenkostüm unerwartet dünn wurde. Eine interessante Erfahrung. Die letzten Tage ging eigentlich nur noch das "Eine" durch den Kopf. Die Nervosität legte sich erst, als ich Sonntag in die U-Bahn stieg mit der Gewissheit - Es wird gut. Kopfhörer auf, Musik gehört und die anderen ausgeblendet. Auf den Straßen kam ich mir wie in einem Alien-Film vor: Alle laufen wie ferngesteuert auf ein Ziel zu.
Angekommen, warmgelaufen, Sachen abgegeben, zum Startblock gegangen.
Endlich mal rechtzeitig da. Und im Vergleich zu Citynight und Co relativ viel Platz.
Die Zeit verging, der Start kam und nach 13 Minuten konnte ich die Startlinie überqueren. Los geht's. Man soll nicht so schnell loslaufen.
Guter Rat. Geht aber auch gar nicht. Und das nicht nur am Anfang, sondern immer wieder. Das ist schon nervig. Auf jeden Fall liefen sich die km so weg. Sightseeing durch Berlin -- Keine Ahnung. Mir fällt es im nachhinein schwer den Verlauf zusammen zu bekommen.

Volker hat Fans !!!Am Kleistpark sollte mein Fanblock das erste mal auftauchen. Die Spannung stieg, ob ich sie entdecke, aber klar, großer Jubel, weiter geht's. Das Gleiche am Fehrbelliner Platz, nur dass ich auf mich aufmerksam machen musste. Egal. Dazwischen einige km, die ich überwiegend in meinem Tempo abspulte. Bis km 32 ging alles wie gehabt.
Dann merkte ich, dass ich etwas schneller atmen musste. War das der Vorbote des "Hammers" oder der "Mauer"? Nö, es ging einfach weiter so und ich füllte mich prächtig. Das ging bei steigender Geschwindigkeit bis km 38 so. Da dachte ich: so, jetzt ist es doch anstrengend. Das lag wohl aber auch an der Geschwindigkeit von um bis deutlich unter 5 min/km. Für mich nach der Strecke rasant. Aber da war es ja auch nicht mehr weit und Unter den Linden war erst recht alles egal. Ziel in Sicht und hin. 3:48:52. -- 5:25 Schnitt. Perfekt.
Und hinterher: kein Krampf (weder muskulär noch sonst), keine Blessuren oder sonstiges. Es geht mir gut. Positiv erschöpf, aber überglücklich
Kurz kam der Gedanke über den Mythos Marathon mit Qualen und allen Schrecklichkeiten. Und einer gewissen Überheblichkeit, weil es so gut ging. Diesmal. Es geht bestimmt auch anders. Ich denke, ich hatte einen guten Tag und war perfekt vorbereitet. Dank an Euch.

Wann ist der nächste Marathon?

Volker Grabowski

bild

22.09.2009

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