Angelika Kleefisch: Essen-Marathon 2008 Neue Bestzeit und keine überlangen Läufe
Hallo jk, hab mal einen Bericht vorbereitet.
Normalerweise bin ich etwas "abgebrühter". Hab zwar einen Heiden-Respekt vor der Strecke und könnte heulen am Start, aber diesmal war es die Hölle. Ich hätte schon beim Aufstehen heulen können, obwohl ich 1A geschlafen habe. Was auch selten ist vor einem Marathon. Irgendwann habe ich mich umgezogen und sah die Schlange vor der Gepäckabgabe. Auf's Klo wollte ich auch noch und da habe ich ganz die Krise gekriegt. Es ist ja jedes Mal das selbe: Jede andere Reihe war schneller als meine. Zum Glück konnte ich von dort den Startbereich einsehen und hatte keine 20m bis dahin. 
Als ich endlich dran war, hatte ich keine 2 Minuten mehr bis zum Start. Angenehm ist was anderes. Und dann ging's los. Da ich mir persönlich vorgenommen hatte (auch wenn Dein Plan anders aussah) unter 4 Std. zu versuchen, habe ich mich an die 4-Std.Truppe gehangen. Anfangs musste ich mich stark bremsen, um die Leute nicht zu überholen. Die einzelnen km-Angaben in der ersten Runde konnte ich leider nicht immer sehen, was mir aber psychologisch sehr geholfen hat. Die Atmosphäre war toll. Unterwegs wurden wir fleißig von den Zuschauern angefeuert und auch Samba-Truppen gab es unterwegs. Die 4-Stunden-Truppe blieb ziemlich lange zusammen. Über die Zeit machte ich mir keine Gedanken, da vor mir ja genug darüber gesprochen wurde, wie schnell wir wohl gerade laufen. Bei HM sah ich auf die Uhr und die Zwischenzeit ließ mich ein wenig euphorisch werden. Leider wurde auch die Truppe etwas schneller. Der dritte Tempomacher rief auch die beiden anderen zurück, da wir mittlerweile auf 5.30/km zugingen. Dann ging es in die 2. Runde. Ich fühlte mich immer noch toll. Überrascht war ich nur, dass ich solange das Tempo mithalten konnte, sprich bis km33. Ich war nicht außer Atem, ich war nicht müde und anfangs hatte ich nur die üblichen Zipperlein. Leider waren ab dann auch die km-Schilder zu lesen. Was psychologisch für mich gar nicht so toll war. Die Gruppe löste sich langsam aber sicher immer mehr auf. Es wurde warm und ich merkte wie ich langsamer wurde und meine Hüfte wieder einmal rumspinnte. Es zog sich bis ins Bein hinunter. Es war wirklich wie eine Mauer. Ich war müde, mein Atem wurde schneller und es wurde immer wärmer.
Ich hatte meine Bewährungsprobe Marathon endgültig erreicht. Ich musste ein paar Meter gehen. Leider ging damit meine Zeit flöten. War mir aber letztendlich egal, da ich wusste, dass ich trotzdem noch Bestzeit laufen werde. Abwechselnd laufen und gehen - wobei das Laufen überwog - (sonst rennt man ja nicht Bestzeit!), war meine Devise. Ein netter Mitläufer munterte mich während einer der kurzen Gehpausen auf, dass ich langsam weiterlaufen solle. Sowas finde ich am Marathon immer toll, wenn Du am Boden bist, sind immer welche dabei, die Dich aufmuntern. Das gab mir dann auch wieder neuen Auftrieb. Irgendwann, ich glaube bei km38, also hatte ich nur 5km etwas gelitten, hieß es für mich nur noch, mach' dass Du nach Hause kommst! Ab da wurde durchgelaufen! Es funktionierte. Ich fing an, Läufer zu überholen. Und diejenigen, die gingen, versuchte ich nun meinerseits zum Loslaufen zu motivieren. Läufergemeinschaft halt. Das Gefühl, zu wissen, PB zu laufen, bei dem tollen Wetter und dem tollen Publikum, gab mir wieder richtigen Schwung und konnte so mein Tempo sogar wieder erhöhen. Die üblichen Gedanken wie "Was tue ich mir hier eigentlich an?", "Bin doch bescheuert, bei so was mitzumachen" und "Ich laufe nie wieder Marathon" waren wie weggeblasen. Das schönste waren die letzten 500m ins Ziel, wo auf der Tribüne mein Support unseres Lauftreffs stand und mich auf den letzten Metern noch anfeuerte. Besonders Stolz bin ich darauf, dass ich so lange das Tempo halten konnte und weiß, dass beim nächsten Mal die 4-Stunden-Marke fallen kann. Ehrlich muss ich zugeben, dass ich bezüglich des Trainingsplans zuerst meine Zweifel hatte, ob ich es schaffen könnte. Bislang waren die Trainingspläne, die ich genutzt hatte so, dass mindestens 4 x 30km zu laufen sind, lange Intervalle und wesentlich langsamer. Bei der JK-Vorbereitung kam auch noch mein Urlaub dazwischen und selbst die Angaben von Dir "24-26km "einfach nur zu laufen", ließen mich etwas panisch werden.
Andererseits dachte ich mir jedoch, Klemmbrett-Karraß wird wissen, wie es funktioniert und ?: Es hat funktioniert. Dafür vielen vielen herzlichen Dank! Schade, dass Du nicht im Ziel warst. Ich hätte Dich knutschen können. :-)) Besonders toll war auch, dass jede Frau eine rote Rose bekam, natürlich auch die Medaille und superklasse das leckere alkoholfreie Erdinger, was ich mir erst einmal reingezischt habe. Das war's von der Front. Also noch einmal vielen herzlichen Dank!!!! Auch wenn ich manches mal die Zähne zusammenbeißen musste, Mordgelüste verspürte und so meine Zweifel an dem Trainingsplan hatte :-)) Es hat funktioniert. Ich bin ein Fan von Deinen Trainingsplänen geworden.
Liebe Grüße Angelika
P.S. Das tolle jkrunning T-Shirt... Wo kann ich das kaufen? Hätte nämlich gerne eins. Damit ich auch zukünftig Werbung für Dich machen.
02.12.2008
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