Egal, herrlich, vorsichtig

Diese Motivationskur ist nur für unsere JK RUNNER für's Laufen bei Wind, Schnee und Eis.

Die Laufbahn ist vereist, das Licht schon aus und die Quecksilbersäule unter Null. Der Bürotag war lang, der Tag ohnehin zu kurz. Die Voraussetzungen für die geplante Trainingseinheit sind denkbar schlecht. Sich zu überwinden, fällt unsagbar schwer – hingegen ist der Eintrag ins Klemmbrett schnell gemacht: „Nicht gelaufen“. Das Problem dabei: Das schlechte Gewissen bleibt - die Form geht, die Pfunde kommen - die Fitness schwindet.

Hey, liebe jk Runner, wir wissen, wie es Euch geht und können es nachempfinden. Auch uns Trainern frieren die Hände und wir haben auch keinen geheimen Anti-Rutsch-Belag unter den Sohlen, der uns auf festgetrampelten Schneepisten besseren Halt verleiht. Stirnlampen testen wir gerade, aber insgeheim haben wir so eine Vorahnung, dass sie wenig Erhellendes bringen. Dafür müssen wir mit Euch zusammen schon selbst sorgen, indem wir uns motivieren und nicht hadern.

Jedes Wetter hat seinen ReizWir wissen, was wir tun, wenn wir Euch jede Woche hartnäckig Dauerläufe, Fahrtspiele und ausdauernde Intervalle ins Klemmbrett schreiben. Das sind Eure wichtigsten Zutaten für all das, was ihr im nächsten Jahr vorhabt. Die jetzt gelaufenen Kilometer erleichtern Euch das Training für den Marathon, den Halbmarathon oder Euren schnellen Zehner im Frühjahr. Seid Euch bewusst, dass das derzeitige Grundlagentraining genau jetzt gemacht werden muss. Seid dabei flexibel. Wenn die Laufbahn vereist ist, wählt einen Park-, Wald- oder auch Fußweg oder geht im Fitnessstudio aufs Laufband. Dabei ist es egal, ob Ihr statt der vorgegeben 400m oder 1000m letztlich 380m oder 1100m lauft. Vertraut auf Eure innere Uhr, nehmt es locker, wenn Ihr nicht exakte Zeiten protokollieren und mit den Ergebnissen der Vorwoche vergleichen könnt. Wir Läufer sind ja manchmal komisch und wollen immer den Vergleich – dabei ist es im Moment viel wichtiger, dass wir Herz und Kreislauf belasten, gute Ausdauer trainieren. Perfekte Intensitäten sind derzeit gar nicht sooo wichtig. Wenn Tempoläufe unmöglich sind, macht einen Dauerlauf mit einigen Tempowechseln, wenn Euch die Pausen bei der Kälte als zu lang erscheinen, dann macht sie kürzer und dafür die Intervallläufe etwas langsamer. Wichtig ist, dass Ihr Euch dabei immer bewusst seid, gerade eben nicht zu kneifen, sondern zu laufen. Seid stolz darauf.

Öffnet Euch den Reizen eines winterlichen Trainingslaufes. Das klare Licht und der Stille am frühen Morgen, die rot untergehende Sonne am späten Nachmittag. Ein Beispiel? Letzten Sonntag, Berlin, halb zehn, um die Null Grad, Schnee von gestern, matter Sonnenschein. Und wir sind gelaufen – 15 Kilometer durch den Grunewald: mal durch Matsch - egal, mal durch unberührten Schnee – herrlich, mal durch leicht vereistes Terrain – vorsichtig. Schneebedeckte Zweige, zwitschernde Vögel, Knirschen unter den Sohlen. Irgendwann zieht man die Handschuhe aus, weil die Hände richtig warm sind, man krempelt etwas die Ärmel hoch und fühlt sich ein Stück leichter und freier. Die Haut ist gut durchblutet und grüßt mit einem leicht rötlichen, gesunden Teint. Unser Atemhauch ist sichtbares Zeugnis unseres Trainings. Wir wärmen die Luft und fühlen uns irgendwie verbunden. Schön war’s.
Ihr selbst kennt das gute Gefühl nach dem Training – die angenehme Erschöpfung, den klaren Kopf, die warme Dusche, den Appetit, das Bier danach, die Zufriedenheit, den Stolz. Belohnt Euch selbst damit, denn eine Trainingseinheit, die Euch zunächst etwas Überwindung gekostet hat, garantiert Euch all diese Glücksmomente noch stärker.

Ihr seid nicht allein. JK RUNNER und ihre „Wetterberichte“...

„Insgesamt 1:05 Std bei Schneesturm und Eiseskälte“

„Saukalter Wind !!!!!!!!!“

„Schon wieder so schnell unterwegs. Und das bei Gegenwind aufm Deich. Aber klappte trotzdem gut und ich konnte das Tempo gut regulieren. War danach ganz schön platt, und nass.“

„Coach - hier war Sturm - das war lebensgefährlich, hab nix gemacht!!“

„Bei hauptsächlich Sturm und etwas weniger Schnee am Freitag war laufen nach Tempovorgaben fast unmöglich. Am Mittwoch war‘s mit Sturm und Regen noch schlimmer. Versucht habe ich‘s, nach 2x500m aber bleiben lassen und einen flotten Lauf draus gemacht.“

Ihr seid klasse. Wir sind stolz auf Euch!

bild

27.11.2008

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