Kreisende Gedanken

Diese Marathonwoche-Kolumne ist live. Jeden Tag neu geschrieben. Der Autor sitzt am morgendlichen Rechner und ist auf dem Sprung zum allwöchentlichen Lauftreff mit der AOK in Berlin. Gestern gab es den JK Pasta- und Beruhigungsabend. Zeitenausgabe, Taktikgespräche. Rückholung der guten Trainingsleistungen der letzten Wochen ins verdunkelte Marathonhirn.
Ich kann das nicht, ich kann das nicht, ich kann das nicht… So sehen am Morgen des Marathons viele Gesichter aus. Wie mag es sich dann erst im Innern anhören? Bitte klärt diese verrückte Frage heute. Und morgen ist alles okay. Der Himmel ist blau!
Wer mehr zu diesem Thema und das Interview von Peter Könnicke (jk media) mit Haile Gebrselassie lesen möchte, der schaut vorm Schlafengehen noch mal hier rein.  Bis dahin: Latscht nicht soviel rum! ;-)

Das Interview mit Haile vom 26.09.2008 in Berlin

Haile Gebrselassi 2007Hallo Haile, ich brauch mal Deinen Rat für all die Leute da draußen, für die die letzte Woche vor dem Marathon die schwerste ist. Sie trainieren kaum noch, sind nervös und müssen sich in Geduld üben. Geht es Dir auch so?
Naja, ich laufe ja nun schon ein paar Jahre und habe jede Menge Erfahrung, weshalb ich nicht mehr so aufgeregt bin. Aber ich denke noch mal zurück, wie und was ich trainiert habe und schöpfe daraus das Selbstvertrauen für ein gutes Rennen. Dafür habe ich schließlich so lange gearbeitet.
Gab es denn Rennen, vor denen Du aufgeregt warst?
Ja, natürlich. Und das hat mich echt viel Kraft und Energie gekostet. Aber je häufiger man an den Start geht, umso gelassener wird man. Deshalb sollte man neben dem Marathon viele kleine Wettkämpfe bestreiten, um sich an das Gefühl zu gewöhnen und Erfahrungen zu machen.
Meinst Du, Du wirst in der Nacht zum Sonntag gut schlafen können?
Oh ja, damit habe ich keine Probleme. Ich werde sehr gut schlafen.
Ist es schlimm, wenn man die Nacht vor einem Marathon kein Auge zukriegt?
Natürlich ist es besser, gut geschlafen zu haben und ausgeruht zu sein. Aber die Ruhe vor einem Marathon holt man sich in der Woche zuvor. Da muss man die Beine hoch nehmen.
Okay, nervös bist Du nicht, Du freust Doch auf das Rennen und machst Dir in diesem Jahr nicht selbst die Vorgabe, Weltrekord zu laufen. Ein Stück harte Arbeit werden die 42 Kilometer dennoch. Schickst Du ein Gebet Richtung Brandenburger Tor?
Zum Brandenburger Tor? (lacht). Vielleicht mache ich das!

(Das Gespräch führte Piet Könnicke. jk media)

bild

27.09.2008

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