Nichts ist mehr wie es war....
4 Monate der Marathon-Vorbereitung zogen ins Land. Und nun wird es ernst. Was alles so in der letzten Woche passieren kann - aber nicht muss... heute ist lauffrei. Der letzte lange Dauerlauf vom Wochenende prickelt noch in den Beinen. Gönn' Dir Ruhe. Mach nach Feierabend einen kleinen Umweg in ein nettes Café, bestelle Dir einen Latte Macchiato, verwöhn' Dich. Geh' doch einkaufen - aber nicht neue Schuhe - sondern für Dein Eine-Woche-Vor-Dem-Marathon-Speiseplan. Fisch und mageres Fleisch, Quark und Käse, Joghurt und Oliven für Dienstag und Mittwoch (viel Eiweiß und Fett, Nudeln hast Du ja eh im Haus).
Alles spielt jetzt halt verrückt. Dein geliebtes, gehaßtes Training hat rapide abgenommen: Weniger Kilometer, weniger Trainingstage, Tempo verträglicher, schon bis zum Einschlaftempo runter. IDu weißt nicht, ob Du noch laufen kannst. Wie war das doch gleich? In ein paar Tagen soll ich 42 Kilometer schaffen?
Ja - heißt die Antwort. Und Geduld haben ist nun die Kunst. Der Körper weiß ehrlich nicht, wie ihm geschiet. Erst wochenlang Dauerstress und nun diese Marathonvorfreudenpause. Sehr schwer zu verstehen. Vor allem beim ersten Mal. Freut Euch! Ihr habt etwas ganz neues, tolles (???), frisches, abenteuerliches vor Euch! Nichts mehr ernsthaft testen. Gut, vor zwei, drei Tagen wurden noch einige 1.000m Wiederholungen gemacht. In einem Tempo, dass Dir viel zu langsam erschien. Aber schnell genug, um einen super Marathon zu laufen. Sollte doch alles hinhauen? Packt Euch in Watte! Doppelte Jacken, Schals und Mützen raus! Ihr seid jetzt mega-anfällig auf all die Viren Berlins und sonstwo. Das Immunsystem ist rampuniert, aber Euer Befinden, von der Kraft her, wird sich ins Übermenschliche steigern. So topfit wart ihr noch nie in Eurem Leben. Werdet nicht übermütig! Keinen Schnupfen jetzt. Und nicht glauben, dass ihr zwei Meter hoch springen könnt. Das Gefühl dafür ist da, aber ganz so hoch wird es dann doch nicht.
Hört nicht zu doll in Euch hinein. Ihr bekommt eh keine Antworten bis zum Startschuss am Sonntag... Plant lieber Euren Lauf: Wie schnell kann ich angehen? Was trauen wir uns - Trainer und Athlet - gemeinsam zu?
Glaubt nicht an die Knieschmerzen (auch Achillessehnen sind im Spiel), die jetzt plötzlich auftauchen. Phantomschmerzen sind das! Ihr seid so hochgetuned, mental und körperlich - mit Marathonaufregung obendrauf. Nichts mehr ernstnehmen...
Am Samstag vorher noch 20 Minuten traben. Donnerstag 45 - 60 Minuten "guten" Wohlfühl-Dauerlauf. Mittwoch kleines letztes Tempotraining - aber eher zum Tempo finden für die Startphase am Sonntag.
Keine Angst und doch: Habt richtig Angst. Haben alle! ;-)
22.09.2008
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