Vorsicht, schwarze Schafe!
Manche Hersteller locken mit schnellen Diäterfolgen.
Besser, Sie lassen die Finger von
vielen chinesischen Schlankheitsmitteln (z. B. Evolution Slim & Slender). Laut Hersteller enthalten die Pillen chinesische Kräuter, tatsächlich aber fand das Landesuntersuchungsamt Baden-Württemberg einen Appetitzügler in überhöhter Dosis. Das kann sogar zu Herzschäden führen.
Präparaten aus Meerestierschalen (z. B. Chitosan-Kapseln). Eigentlich schlau: Man nehme Abfälle aus der Lebensmittelindustrie, packe sie in Kapseln, schlucke sie und lasse sie im Darm Nahrungsfette binden. Der Haken: Experten halten das Produkt für völlig nutzlos, es gibt keine Studie, die die Wirkung nachweist.
Entwässerungsmitteln: Nicht nur wirkungslos, sondern auch noch gefährlich sind Entwässerungskapseln. Tatsächlich wiegt man durch die regelmäßige Einnahme weniger, aber nur, weil dem Körper Wasser entzogen wird das Körperfett bleibt! Mit dem Wasser verliert der Organismus aber auch Mineralstoffe, das kann zu Kreislauf- und sogar Herz-rhythmus-Störungen führen.
angeblich revolutionären Diäten: Klingt verlockend Abnehmen ohne Mühe. Die Wahrheit ist, dass eine Diät immer Anstrengung kostet. Kuren, die einen Erfolg ohne Bewegung und Sport versprechen, sind mehr als zweifelhaft. So warnen Krankenkassen z. B. vor der so genannten Blutgruppen-Diät, bei der die jeweilige Blutgruppe der Abnehmwilligen über deren Speiseplan bestimmt.
Fettkiller-Enzymen: Ob als Diät oder als Kapseln, ob Artischocke, Ananas oder Papaya immer wird versprochen, dass die enthaltenen Enzyme das Fett quasi auflösen. Das ist leider Unsinn. Die Enzyme werden im Magen-Darm-Trakt verdaut, haben keinerlei Einfluss auf Gewichtsabnahme und Fettabbau.
Sich schlank essen: funktioniert das?
Eigentlich läufts ja so: Man isst weniger und nimmt ab. Aber können
Nahrungs-ergänzungsmittel beim Abspecken helfen?
L-Carnitin wird als Fatburner gepriesen. Unser Körper produziert
Carnitin teilweise selbst teilweise zieht er es aus der Nahrung (z. B.
aus Fisch, Lammfleisch, Käse und Eiern). Also, auf den Speiseplan damit!
Weil diese körpereigene Substanz unseren Fettstoffwechsel ankurbelt, sollen
angeblich auch Carnitin-Drinks, -Riegel oder -Kaugummis Pfunde purzeln lassen.
Aber: Bislang gibt es keine Studien, die eine schlank machende Wirkung
von künstlich beigefügtem L-Carnitin nachweisen, so Ernährungs-Expertin
Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Weiterer Nachteil: Bekommt
der Körper ständig große Mengen Carnitin von außen zugeführt,
schläft die eigene Produktion möglicherweise ein.
Ballaststoffe machen länger satt, weil ihre Kohlenhydrate nur langsam
ins Blut übergehen, der Blutzuckerspiegel länger oben bleibt. Gut
sind Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Man kann zwischendurch auch mal
ballaststoffreiche Riegel (z. B. von Weight Watchers) naschen. Neu von Kneipp
sind die Figur Balance-Kautabletten mit Ballaststoffen aus Pflanzenfasern.
Formula-Drinks: Damit sind Shakes gemeint, die alle wichtigen Nährstoffe
enthalten, kalorienarm sind und eine oder mehrere Mahlzeiten ersetzen (z. B.
Slimfast). Vorteil: Die Kilos schmelzen schnell. Nachteil: Man lernt
nicht, sein Essverhalten zu ändern stellt man wieder auf Normalernährung
um, droht der Jojo-Effekt.
Probiotische Joghurtkulturen: In einer Kieler Studie konnte nachgewiesen werden, dass Probiotika (z. B. in Activia von Danone oder Yakult) u. a. die Verdauung anregen können. Ob sie beim Abnehmen helfen, ist jedoch umstritten. Während eine finnische Untersuchung diese Theorie vertritt, bleibt der Ernährungsmediziner Hans Hauner skeptisch: Ich kenne keine umfassende Studie, die einen Nutzen von Probiotika beim Abnehmen nachgewiesen hat.
